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Schlittenseilbahn «Funi» Hüttenberg– Grotzenbüel

Ein Blick zurück: 38 Jahre war sie in Betrieb – an Weihnachten 1936 nahm der Funi Hüttenberg–Grotzenbüel, die erste Braunwalder Aufstiegshilfe für Wintersportler, den Betrieb auf. Sie wurde von einer privaten Aktiengesellschaft, genannt «Skischlitten AG», erstellt und betrieben. 25 Aktionäre brachten das Aktienkapital von 70 000 Franken auf.

© zvg Jakob Schuler

Eine Telefonleitung, zwei Schlitten und einen Fahrer, der mit einem Metallstab an der Leitung Signale an die Talstation durchgab: Einmal Läuten hiess anhalten, zweimal vorwärts, dreimal rückwärts. So einfach war das auf dem Funi in Braunwald, der vom Hüttenberg rauf zum Gysenegg für Schlittler, zum Hahnenbüel für die Gäste des Basler Ferienheims und schliesslich hoch zum Grot­zenbüel führte.

Oben angekommen wurden die Sitze umgeklappt, damit die Fahrgäste immer schön in Fahrtrichtung schauen konnten.

Es war Weihnachten 1936, als der hölzerne Annen-Funi, konstruiert und gebaut von Arnold Annen aus Lauenen, Bern, das erste Mal in Betrieb genommen wurde.

Die Betriebsergebnisse variierten wegen der Wetterabhängigkeit sehr stark, denn bei Schneemangel fehlte die Fahrbahn. Daher war die «Skischlitten AG» erleichtert, als am 19. Dezember 1942 die «Braunwaldbahn AG» Aktiven und Passiven übernahm. Für die «Braunwaldbahn AG» bedeutete dies einen ersten Schritt aus dem reinen Standseilbahngeschäft hin zum Betrieb von Beförderungsanlagen für den Wintersport. 1963 entschloss man sich trotz der Schneeabhängigkeit für eine Erneuerung. Es wurden zwei neue Leichtmetallschlitten angeschafft; gebaut von der Matth. Streiff AG, Schwanden/Glarus – und damit die Förderleistung um 50 Prozent gesteigert. Jedoch kamen die neuen Alu-Schlitten in ihrer ersten Saison 1963/1964 wegen Schneemangels kaum je zum Einsatz.

Neben der Schneeabhängigkeit hatte die Funi einen weiteren erheblichen Nachteil: die kleine Transportkapazität von 180 Personen pro Stunde. Dies ergab von Winter zu Winter grosse Unterschiede. Zum Beispiel stand der Funi im Jahr 1970 während 113 Tagen in Betrieb und beförderte in dieser Zeit die Rekordzahl von 61 248 Personen, während es zwei Jahre später nur gerade fünf Betriebstage mit total 459 Gästen waren.

Technische Daten 1973/74

Inbetriebnahme 24. Dezember 1936
Ausserbetriebsetzung  1974
Erbaut durch Arnold Annen, Lauenen bei Gstaad
Fahrbahnlänge  1211 m
Max. Steigung  68,7 %
Höhe Talstation  1311 m ü.M.
Höhe Bergstation  1559 m ü.M.
Höhendifferenz  248 m
Anzahl Seilrollen  36
ø Förderseil  28 mm
Anzahl Schlitten  2
Förderleistung bis 1964/Annen
Holzschlitten 16 Pers. + 1 Führer        120 Pers./h
Förderleistung ab 1964/ Streiff
Metallschlitten 25 Pers. + 1 Führer     180 Pers./h

Text: Jakob Schuler Bilder: Archiv Jakob Schuler, Skilift- und Seilbahnmuseum